Das perfekte Kinderbuch zum Reisen | Interview mit den Erschaffern von Wilbur McCloud

Steven Gätjen, Andreas Karlström mit Susanna Goonawardana und Noam von A Family Affair

Zwei Brüder haben sich zusammengetan und ein Buch geschrieben. Genauer gesagt handelt es sich schon um die zweite Geschichte der kleinen Propellermaschine Wilbur McCloud. Der eine Autor heißt Andreas Karlström/ geb. Gätjen und ist sonst Schauspieler, der andere heißt mit Nachnamen immer noch Gätjen und mit Vornahmen Steven. Ihr kennt ihn vielleicht als ehemaligen Moderator der Sendung Schlag den Raab oder von der diesjährigen Verleihung der goldenen Kamera.

Das Kinder-Buch zum Reisen

Zusammen haben sich die Brüder einen Herzenswunsch erfüllt und Geschichten für Kinder geschrieben. Noam und ich haben sie zum Interview im gemütlichen Café Jools in Ottensen getroffen.

kinderbuch-gaetjen-wilbur-mccloud-interviewErzählt doch mal. Wie kam es dazu, dass ihr gemeinsam ein Buch geschrieben habt? Ihr seid ja beide keine Autoren…

Steven: Die Idee kam mir schon vor ca. 15 Jahren auf einem Langstreckenflug. Da ging es vor allem um das Thema Reisen im allgemeinen. Zudem ist mir aufgefallen, dass es im Onboard-Programm kaum etwas Gutes für Kinder gab. Dann habe ich mich selbst daran erinnert, wie viel Spaß ich schon als Kind und immer noch am Reisen habe. Und so dachte ich, es wäre doch schön etwas zum Thema Reisen für Kinder zu machen. Als ich dann wieder zu Hause war, erzählte ich Andy von der Idee und auch er war sofort Feuer und Flamme. Also haben wir uns zusammen hingesetzt und überlegt. Wir hatten schon von Beginn an immer ein Flugzeug als Hauptfigur im Kopf.

Ursprünglich waren die Freunde von unserem Flugzeug Reiseutensilien. Ein Mix aus roter Strandschaufel, Sonnencreme-Sprühflasche und Rucksack oder Koffer. Mit der Idee sind wir dann losgezogen. Wir hatten auch schon im Kopf eine Puppenshow zu kreieren und das ganze zudem auch noch edukativ aufzuziehen. Also über andere Länder zu berichten….Daraus sollte dann auch eine Zeichentrick-Serie entstehen und, und, und

Also das volle Programm?

Steven: Ja, genau. Es gab dann ganz viel positives Feedback, aber auch immer wieder Kritik an einzelnen Punkten und Figuren und so haben wir uns gesagt: Komm wir dödeln nicht mehr lang rum, wir machen jetzt als allerstes ein Buch!

Andy: Das war am ehesten zu realisieren. Zudem fängt vieles ja auch erst einmal mit einem Buch, also der Geschichte  an.wilbur-mccloud-nuch-kapitel.jpgSteven: Aus einem ursprünglich als älteres, weises Flugzeug geplantes, wurden wir uns schnell darüber einig, dass es eher ein junges, wissbegieriges sein sollte. Unser junger Wilbur McCloud. Und dann haben wir uns drumherum die Figuren ausgedacht. Und durch unsere eigene Prägung in der Jugend haben wir dann gedacht, dass Tiere als Freunde am Passendsten sind. Weil man ihnen prima verschiedene Charaktere zuordnen kann. Hinzu kam dann noch unser Bösewicht und zusätzliche Kobolde und wir fingen an, unsere Ideen Kapitel für Kapitel zu skizzieren. Im Anschluss daran hat sich Andy dann hingesetzt und begonnen zu schreiben.

Wir sah der Prozess des Schreibens aus?

Steven: Andy kann einfach supergut schrieben und hat mir immer die fertigen Kapitel geschickt. Diese sind wir dann noch mal gemeinsam durchgegangen und so entstand das erste Buch.

Aber dann fehlten ja noch die Illustrationen, oder?

Andy: Das stimmt. Durch unsere Ideen mit der Zeichentrickserien hatte Steven schon einen tollen Hamburger Illustratoren ausfindig gemacht, den Tom Plathe , der unseren Figuren schon einen tollen Charakter gab. Aber da hatte unser Verlag Ravensburger auch noch ein Wörtchen mitzureden und schlug vor einen Pitch mit drei Illustratoren zu machen. Diese fertigten Zeichnungen an und es wurde ein Illustrator ausgewählt ohne, dass der Verlag wusste, was von wem war.

Das ist ja fair.

Andy: Ja, fanden wir auch. Das Rennen machte dann der Illustrator Zapf, mit dem wir auch sehr happy sind. Man hat immer das Gefühl, als wäre ganz viel Bewegung in den Bildern. Sehr dynamisch. Das macht er wahnsinnig toll. Und gerade bei der Figur des Phantoms hat er unglaublich viel von sich aus mit eingebracht.So dass wir nur dachten: WOW! Das war eine sehr schöne Zusammenarbeit. Übrigens mit beiden Illustratoren!

wilbur-mccloud-kinderbuch-innenWie ging es weiter?

Steven: Es war von Anfang an immer nicht nur ein Buch geplant, sondern quasi eine ganze Serie. Also mehrere Geschichten, wie beispielsweise eine für Weihnachten. Das hatten wir alles schon immer im Kopf.

Andy: Man muss dazu sagen, dass wir selbst große Star Wars-Fans sind. Und auch George Lucas hatte ja damals auch schon alle Teile im Kopf. Mir liegt beim Schreiben schon sehr viel daran, dass die Geschichten nie richtig aufgelöst werden. Und dass wir immer Parts drin haben, die aufeinander aufbauen und mehr versprechen.

Wie kam es denn eigentlich zu dem Namen?

Steven: Ursprünglich sollte das Flugzeug Fluggi heißen und war eher ein weiser, betagter Flieger. In den Gesprächen mit Ravensburger stellte sich dann aber heraus, dass die anderen Figuren statt Schaufeln und Koffern doch eher Tiere sein sollte. Da ist die Identifikation für Kinder einfach höher. Und so entwickelte sich auch das Flugzeug eher in eine junge Richtung. So war die Chance höher, dass die Kinder mit allen Figuren so richtig mitfiebern können. Bei den Recherchen sind wie dann auf ein Brüderpaar gestoßen – lustigerweise auch Brüder – die das erste propellerbetrieben Motorflugzeug gebaut haben. Und diese beiden hießen Wilbur und Orwell. Wilbur ist halt ein total schöner Name. Und auch Orwell kommt bei uns vor. Denn Wilburs Freundin hat den Orwell 2002-Propeller und ist damit superschnell, und McCloud kommt von unser beider 80er-Jahre Lieblingsfilm Highlander. Und so entstand der Name Wilbur McCloud.

Erzählt gern noch etwas über die anderen Figuren.

Steven: Da gibt es ja noch das Phantom mit seinen Kobolden. Wir wollten einen Bösewicht schaffen, der aber dennoch einen eigene Legende hat. Wie Andy es immer so schön ausdrückt: Er darf nicht nur böse sein, sondern braucht eine Geschichte, die erklärt, warum er so ist, wie er ist.

Er steht der Welt ein wenig verständnislos gegenüber. Und wir selbst finden Sidekicks total super, die bei uns seine Kobolde sind. Sie sind eben die kleinen, naiven Handlanger des Phantoms. Mit ihren Haaren können sie Dinge festbinden und so. Und wenn sie dabei zu viel Gas geben, sind sie am Ende nackig.

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Und die anderen, die lieben Freunde?

Steven: Wilbur muss am Anfang des ersten Buchs über sich hinauswachsen und sich seinen Ängsten stellen, da er seinen Papa in einem Sturm aus den Augen verliert. Da lernt er Mika, den weisen Waschbären, kennen, der magische Kräfte hat. Hinzu kommt Kim unsere Mungoprinzessin, die Martial Arts-Meisterin und auf der Suche nach sich selbst ist. Und dann ist da noch Schmidt, das Chamäleon, das die Welt bisher nur aus dem Fernsehen kannte, da es in einem Terrarium gefangen war.

Wir haben also ein Gruppe aus Figuren, die alle ihr Päckchen zu tragen haben, aber merken, dass sie perfekt zu einander passen. Gemeinsam sind sie stark und finden heraus, dass das Phantom für den besagten Sturm verantwortlich war. So treten sie zusammen gegen den Bösewicht an.

Das ist das erste Buch, oder?

Steven: Genau. Im zweiten Buch kommt es nun zu Konflikten innerhalb der Gruppe. Hier ist unser Hauptthema Vertrauen.

Vielmehr wollen wir an dieser Stelle gar nicht verraten. Nur so viel: die beiden Brüder waren sich nicht immer einig und mussten so einiges diskutieren, wie es Geschwister eben so machen, aber am Ende ist eine wunderbare Kindergeschichte dabei herausgekommen, in der viel Eigenes der beiden steckt. Schon als Kinder waren beide fasziniert von Mungos, die so ziemlich die einzigen Säugetiere sind, die es mit Kobras aufnehmen können. Aufgrund ihrer Schnelligkeit, aber auch wegen ihres dichten buschigen Fells, dass die Zähne der Schlange oftmals nicht durchdringen können. Es war also keine Frage, dass ein Mungo – Kurzform für Manguste – im eigenen Kinderbuch vorkommen musste. Im Gespräch mit den beiden sympathischen Brüdern haben wir die Liebe zum Geschichtenerzählen und dem Erschaffen von einzigartige Charakteren gespürt. So soll es sein.

Wenn ihr jetzt neugierig auf das Buch seid, haben wir gute Neuigkeiten: Es gibt zwei Exemplare mit Widmung und den Signaturen der Hauptfiguren zu gewinnen!

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Hierfür müsst ihr uns nur verraten, wohin eure nächste Reise mit Kind geht, oder ihr folgt uns auf Instagram und schreibt uns dort.

Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen Personen außer Mitarbeiter der beteiligten Firmen und deren Angehörige. Die Gewinner werden unter allen Einsendern von Kommentaren durch das Los ermittelt und anschließend per E-Mail benachrichtigt. Sie erklären sich mit der Veröffentlichung ihres Namens und Wohnorts einverstanden. Eine Barauszahlung des Gewinnwertes ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss ist der 1.Mai 2017 um 24 Uhr.

Alles Liebe und viel Glück, Susanna

Portraitfoto: Dominic Rose

 

 

 

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2 Kommentare zu „Das perfekte Kinderbuch zum Reisen | Interview mit den Erschaffern von Wilbur McCloud

  1. Oh ein signiertes Buch! Und ein sehr schönes und interessantes Interview. Vielen Dank dafür! Meine Räuber sind 4 und 7 und unsere nächste Reise geht in den Norden von England.
    LG Suse

  2. So ein tolles Buch und noch signiert! Mein kleiner Spatz würde sich freuen! Wir fahren nach wünderschöne Toskana, Italien. Dort verbringen wir 2 Wochen in Agroturismo – Natur pur <3 Der Kleine sagt er hat Meerweh 🙂 Also er würde so gern nun ins Meer (wer nicht? 🙂 ) . Wir freuen uns sehr auf gemeinsamen Urlaub

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