Hygge, oder wie wir im Landgasthof unser Glück fanden | Unser Besuch im Restaurant Hygge

Restaurant-Tipp: Restaurant Hygge im Landhaus Flottbek

Traurige Nachrichten für Dänemark: Sie sind nicht mehr die glücklichsten Menschen der Welt. Das ging zumindest aus dem neuen Weltglücksbericht 2017 hervor. Der nordische Nachbar Norwegen hat Dänemark den Titel abgenommen. Doch unserem nördlichsten Nachbarstaat geht es deshalb keineswegs schlecht. Sie sind lediglich auf den zweiten Platz abgerutscht. Und immerhin hatten sie den Titel drei Jahre in Folge inne. Das sollen ihnen die Norweger erst einmal nachmachen!

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Doch woran liegt es, dass die Dänen so verdammt glücklich sind? Zumindest ein Teil der Antwort liegt in der dänischen Art des „Hygge“. Das Wort geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Es stammt vom Germanischen Wort hyggja, was so viel bedeutet wie sich zufrieden wähnen oder fühlen. Eine eindeutige Übersetzung des Wortes gibt es nicht, dafür hat es aber viele Bedeutungen, von denen alle durchweg positiv konnotiert sind.Langenscheidt übersetzt es frei mit „gemütlich“, „angenehm“, „nett“ und „gut“. Wörter, mit denen man das gesamte Bedeutungsspektrum jedoch nicht erschließen kann.

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Denn „Hygge“ ist nicht nur ein Wort, es ist eine Lebenseinstellung. Hygge ist bedeutende,  dramenfreie Zeit für ein Zusammensein. Keine Gespräche über Politik, Beruf oder ähnliche Themen, die ein nettes Zusammensein stören oder in einer Diskussion enden könnten. Es bedeutet „es sich gemütlich machen“ oder „at hygge sig“, aber darüber hinaus bedeutet es, dass man sich darüber im Klaren ist, dass diese Gemütlichkeit heilig ist – und sie auch dementsprechend behandelt. Weil die Dänen Hygge als einen solchen grundlegenden Aspekt des guten Lebens ansehen, arbeiten sie alle zusammen daran, es zu verwirklichen. Denn Hygge ist nicht „Zeit für mich“, sondern „Zeit für uns“!

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Das Restaurant Hygge im Landhaus Flottbek im Test

Diese Lebensphilosophie hat sich das Landhaus Flottbek mit seiner Hygge – Brasserie & Bar groß auf die neue Fahne geschrieben. Denn was sonst macht das Zusammensein mit seinen Liebsten zu etwas ganz Besonderem, als gutes Essen?! Und das hofften wir zu bekommen, als wir im September in eben jenes Restaurant am Rande Hamburgs eingeladen wurden.

Besser hätten wir es an jenem Sonntag wirklich nicht treffen können: Der Hamburger Spätsommer aktivierte nochmals die letzten Kräfte, versuchte sich scheinbar für die vorangegangen Monate zu entschuldigen und bot uns einen angenehm warmen und sonnigen Tag. Eigentlich bestes Fahrradwetter, doch weil wir ein bisschen knapp dran waren, entschieden wir uns für das Auto 🚙💨, um zum Landhaus Flottbek (liegt übrigens gerade noch so im Car2Go – Bereich), oder wie es eben jetzt heisst, Hygge zu kommen.

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Nachdem wir dort angekommen waren, nahmen wir erstmal ganz unkonventionell den Hintereingang über Stock und Stein 🌿, welcher uns direkt in den wunderschönen Garten des Hygge führte. Noam, auf der Autofahrt noch etwas raunzig (österreichisch für mürrisch), war sofort überzeugt von der großen Spielwiese, auf der wir später noch Fussball spielten und einen Einblick in faszinierende Welt der Insekten bekamen. Doch dazu später mehr.

Empfangen wurden wir vom Inhaber des Hygge, der uns eine kleine Einführung in die Geschichte des alten Landhauses und das Konzept des neuen Hygge lieferte. Das einst schon etwas altbacken anmutende Landhaus wurde innen komplett erneuert und bietet nun eine gelungene Mischung aus traditionell, gemütlich und modern,… naja, sehr hygge eben. Unterstützt wird dieses Ambiente von einem großen Kamin im Zentrum des Restaurants, um den sich große Tafeln für Feiern mit Familie oder Freunden reihen und kleinere Tische stehen, an denen man auch die gemütliche Zweisamkeit in großen Sesseln auf dicken Schafsfellen genießen kann.

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Ebenfalls zu erwähnen wäre noch die beeindruckende Bar des Hygge, die an Drinks wirklich keine Wünsche offen lässt. Und zu einer gut sortierten Bar gehört auch ein guter Barkeeper, den das Hygge natürlich auch hat, wie uns die beiden sommerlichen Empfangsdrinks bewiesen haben.

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Trotz des schönen Innenbereichs, entschieden wir uns an diesem sonnigen Tag jedoch für den ebenso gelungenen Gastgarten, der schattige Plätze unter großen Bäumen und neben blühenden Hortensien bietet. Beim Essen ließen wir uns vom netten Restaurantleiter von der Hygge-Variante überzeugen und wählten damit eine Auswahl an verschiedenen Vorspeisen und kleinen Snacks zum Probieren und hyggemäßigem Teilen. Hier werden die Gerichte einfach in die Mitte des Tisches gestellt und jeder nimmt sich auf seinen leeren Teller das, worauf er Lust hat.

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Wir können nur sagen: Das Essen überzeugte auf ganzer Linie. Tolle altbewährte Gerichte, zum Teil neu interpretiert mit schönen überraschenden Aromen und regionalen Produkten – darüber hinaus liebevoll angerichtet. Was will man mehr? Uns hat das ganze sogar so gut geschmeckt, dass wir zu den Gerichten, auf die wir netterweise eingeladen wurde, noch zusätzlich einen Hauptgang bestellt haben. Und das nicht, weil wir noch hungrig gewesen wären

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Während Susanna und ich uns den Magen vollschlugen, war Noam mehr vom Garten und den sich darin befindenden Bienenstöcken 🐝 fasziniert. Denn: Ja, das Hygge macht sogar seinen Honig 🍯 🐻 selbst. Für Noam war das ein toller Einblick in die faszinierende Welt der Bienen und blieb auch die ganze nächste Woche Gesprächsthema Nr 1.

Abschließend können wir nur sagen, dass das Hygge einen Besuch wert ist. Ganz gleich,  ob an sonnigen Tagen in Verbindung mit einem ausgedehnten Fahrradausflug, oder im Winter, um sich mal bei Kaminfeuer einzumuckeln und sich verwöhnen zu lassen. Auch egal ob mit Familie und Freunden im Hygge-Style an einem großen Tisch mit tollem Essen, oder vielleicht auch nur zu zweit, um mal eine Auszeit von eben jenen zu nehmen und einfach wieder mal die Zweisamkeit zu geniessen. Das Hygge ist toll und wir werden bestimmt bald, auf die eine oder andere Weise, wieder da sein.

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Falls euch nun schon das Wasser im Mund zusammenläuft, geht doch mal auf die Website vom Hygge Hamburg. Und noch ein kleiner Tipp, falls ihr es nach zu vielen der köstlichen Drinks nicht mehr nach Hause schafft: Im Landhaus Flottbek gibt es auch Zimmer zum Übernachten. 😉

Cheerio, Daniel